Hintergründe

EIN LAND IM UMBRUCH UND DAS ENTSTEHEN EINER KRISE

Viele der politischen und sozialen Veränderungen im neuen, demokratischen Südafrika sind äußerst positiv und haben es zu einem Land gemacht, welches weltweit für seine multikulturelle und dynamische Gesellschaft und die Fähigkeit, seine schwere Vergangenheit auf positive Weise zu bewältigen, bewundert und anerkannt wird.

Zeitgleich entwickelt sich aber auch eine Krise enormen Ausmaßes: Die Zahl derer, die mit der Aids Epidemie in Berührung kommen oder ihr zum Opfer fallen wächst beständig. Die World Bank warnt vor einem dramatischen Verlust an „menschlichem Kapital“ und sagte den „totalen Zusammenbruch der Wirtschaft in nur drei Generationen“ voraus. Die Folgen der Krise haben jedoch nicht nur Auswirkungen auf Politik und Wirtschaft, sondern führen zu einer menschlichen Tragödie für hunderttausende von Kindern, welche durch Armut, Krankheit oder Aids oft sehr jung verwaist sind und sich selbst überlassen werden. Sie sind Teil einer Generation, welche ohne das gesellschaftliche und kulturelle Erbe ihrer Eltern aufwächst.

 

ERSCHRECKENDE STATISTIKEN

Laut WHO und UNAIDS ist Südafrika derzeit das Land mit der zweithöchsten Anzahl an HIV/Aids infizierten Menschen. Es leben dort bereits mehr als 5,5 Mio. Menschen mit dem Virus, was 18,8% der Erwachsenen Bevölkerung (über 15 Jahre) ausmacht.

Alle 1,6 Minuten gibt es einen Todesfall durch Aids (320.000 im Jahr) und alle 3,2 Minuten ein neues Waisenkind. Bis 2010 soll laut UNAIDS die Zahl der Waisenkinder auf zwei Millionen ansteigen. In der Liste der weltweiten Lebenserwartung liegt Südafrika von 221 registrierten Ländern auf einem schockierenden Platz 213. Die durchschnittliche Lebenserwartung von 42,5 Jahren liegt 23 Jahre unter dem weltweiten Durchschnitt.
(Quelle: CIA Factbook 2007)

 

EINE GEMEINSAME VERANTWORTUNG

Wenn man sich also bewusst macht, wie viele Menschen in den Armenvierteln Südafrikas bereits tagtäglich mit Armut, Krankheit, Gewalt und der Verbreitung der Aids Epidemie konfrontiert werden, so wird klar, dass wir eine gemeinsame Verantwortung zum Handeln haben.

Man kann von der Regierung nicht erwarten, dass sie allein mit dieser Krise fertig wird. Es muss eine Initiative von privaten und geschäftlichen Spendern, Sozialarbeitern, Lehrern, Ärzten sowie gemeinnützigen und staatlichen Organisationen geben, um diese gewaltige Problematik anzugehen.

Wir haben daher beschlossen durch die Gründung des Waisenhausprojekts VULAMASANGO - Offene Tore unseren Teil zur Verbesserung dieser Situation beizutragen.